Ratgeber

Die wichtigsten Themen rund um die E-Rechnung – kurz, verständlich und aus der Praxis kleiner Betriebe.

Die E-Rechnung betrifft immer mehr betriebliche Abläufe – vom Rechnungseingang über die Erstellung bis zur digitalen Aufbewahrung. Für Handwerksbetriebe ist vor allem wichtig zu verstehen, welche Anforderungen im eigenen Betrieb tatsächlich relevant sind und welche technischen Voraussetzungen dafür benötigt werden.

Dieser Ratgeber gibt einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Begriffe, Formate und praktischen Schritte.

Was ist eine E-Rechnung?

Eine E-Rechnung ist mehr als eine Rechnung, die lediglich als PDF per E-Mail verschickt wird. Entscheidend ist, dass die Rechnungsdaten in einem strukturierten elektronischen Format vorliegen und elektronisch weiterverarbeitet werden können.

Zu den in Deutschland gebräuchlichen Formaten gehören unter anderem XRechnung und geeignete ZUGFeRD-Varianten.

Eine normale PDF-Datei ist nicht automatisch eine E-Rechnung.

Wer ist betroffen?

Ob und in welchem Umfang ein Betrieb E-Rechnungen empfangen oder ausstellen muss, hängt unter anderem vom Rechnungsempfänger, der Art des Geschäfts und den jeweils geltenden Übergangsregelungen ab.

Besonders unterschieden werden sollten:

  • Rechnungen an Privatkunden
  • Rechnungen zwischen Unternehmen
  • Rechnungen an öffentliche Auftraggeber

Welche Anforderungen im jeweiligen Gewerk typischerweise relevant sind, zeigt die Übersicht E-Rechnung nach Gewerk ansehen.

XRechnung oder ZUGFeRD – was ist der Unterschied?

XRechnung und ZUGFeRD sind zwei in Deutschland gebräuchliche Wege, Rechnungsdaten elektronisch und strukturiert zu übermitteln. Sie unterscheiden sich jedoch in der Art, wie die Daten vorliegen und weiterverarbeitet werden.

XRechnung ist ein strukturiertes elektronisches Rechnungsformat auf XML-Basis. Die Daten liegen maschinell verarbeitbar vor, das Format enthält in der Regel keine zusätzliche PDF-Darstellung. XRechnung ist häufig bei öffentlichen Auftraggebern relevant.

ZUGFeRD verbindet eine lesbare PDF-Darstellung mit strukturierten Rechnungsdaten. Eine solche Datei ist für Menschen lesbar und gleichzeitig elektronisch verarbeitbar. Allerdings lassen sich nur geeignete Varianten beziehungsweise Profile als E-Rechnung einordnen – nicht jede ZUGFeRD-Datei erfüllt automatisch alle Anforderungen.

XRechnung

  • Strukturiertes elektronisches Rechnungsformat
  • XML-basiert
  • Maschinell verarbeitbar
  • Häufig bei öffentlichen Auftraggebern relevant

ZUGFeRD

  • Verbindet lesbare PDF-Darstellung mit strukturierten Rechnungsdaten
  • Für Menschen lesbar und elektronisch verarbeitbar
  • Nur geeignete Varianten/Profile als E-Rechnung einordnen
  • Keine pauschale Aussage, dass jede Datei alle Anforderungen erfüllt

Fristen im Überblick

Für Empfang und Ausstellung von E-Rechnungen gelten unterschiedliche gesetzliche Anforderungen und Übergangsregelungen. Welche Regel konkret für einen Betrieb gilt, hängt unter anderem von Art des Geschäfts und Rechnungsempfänger ab.

Da sich gesetzliche Vorgaben ändern können, sollten bei konkreten Fristen aktuelle offizielle Informationen herangezogen werden.

Prüfen Sie nicht nur, wann Sie E-Rechnungen ausstellen müssen, sondern auch, ob Ihr Betrieb technisch bereits E-Rechnungen empfangen kann.

E-Rechnungen empfangen

Ein wichtiger Schritt ist sicherzustellen, dass eingehende E-Rechnungen im Betrieb technisch empfangen, geöffnet, geprüft und weiterverarbeitet werden können.

Dabei sollte geklärt werden:

  • Über welchen Weg werden E-Rechnungen empfangen?
  • Kann die vorhandene Software strukturierte Rechnungsdaten lesen?
  • Wie werden Rechnungen intern geprüft und freigegeben?
  • Wie gelangen die Daten in Buchhaltung oder Steuerberatung?
  • Wie werden eingehende Rechnungen elektronisch aufbewahrt?

E-Rechnungen erstellen

Beim Erstellen von E-Rechnungen sollte geprüft werden, ob die verwendete Software das benötigte Rechnungsformat unterstützt und die erforderlichen Rechnungsdaten strukturiert ausgeben kann.

Für Handwerksbetriebe können zusätzlich Funktionen wichtig sein wie:

  • Angebote und Aufträge
  • Abschlagsrechnungen
  • Schlussrechnungen
  • Projekt- oder Baustellenbezug
  • wiederkehrende Rechnungen
  • Zusammenarbeit mit dem Steuerberater

Eine Übersicht geeigneter Programme finden Sie im Software für E-Rechnungen vergleichen.

Aufbewahrung elektronischer Rechnungen

Bei einer E-Rechnung muss zumindest der strukturierte elektronische Teil so aufbewahrt werden, dass er unversehrt in seiner ursprünglichen Form erhalten bleibt. Ein Ausdruck allein ersetzt die elektronische Originaldatei nicht.

Bei elektronischen Rechnungen sollte die elektronische Originalform erhalten bleiben. Ein Ausdruck allein ersetzt die elektronische Datei nicht. Wie die Aufbewahrung organisatorisch umgesetzt wird, hängt unter anderem von Software, Buchhaltung und betrieblichen Prozessen ab.

Bei steuerlichen Detailfragen sollten aktuelle offizielle Informationen oder qualifizierte Fachberatung genutzt werden.

Die häufigsten Fehler bei der Umstellung

PDF mit E-Rechnung verwechseln

Eine normale PDF-Datei ist nicht automatisch eine strukturierte E-Rechnung.

Empfang nicht vorbereiten

Der Fokus liegt häufig nur auf dem Ausstellen, obwohl auch der Rechnungseingang technisch funktionieren muss.

Software zu spät prüfen

Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn frühzeitig geprüft wird, welche Formate und Funktionen die vorhandene Software unterstützt.

Abläufe nicht abstimmen

Rechnungserstellung, Buchhaltung und Steuerberatung sollten möglichst zusammen gedacht werden.

Unterschiedliche Kundengruppen nicht berücksichtigen

Privatkunden, Unternehmen und öffentliche Auftraggeber können unterschiedliche Anforderungen haben.

Aufbewahrung nur als Ausdruck

Elektronische Rechnungen sollten nicht ausschließlich in Papierform archiviert werden.

So gehen Sie im Betrieb konkret vor

Erst prüfen, welche Kunden E-Rechnungen erwarten. Dann Programm auswählen und mit einer Testrechnung an einen wohlwollenden Kunden starten. Anschließend Büroablauf anpassen und alle Beteiligten einmal kurz einweisen. Welche weiteren Schritte sinnvoll sind, hängt von den Kunden, der verwendeten Software und den betrieblichen Abläufen ab.

E-Rechnung in der Praxis: vom Eingang bis zur Aufbewahrung

Im Alltag ist weniger entscheidend, wie ein Format technisch im Detail aufgebaut ist, sondern ob der Rechnungsprozess im Betrieb zuverlässig funktioniert. Ein sinnvoller Ablauf kann beispielsweise so aussehen:

  1. 1

    E-Rechnung empfangen

    Die Rechnung geht über den vereinbarten digitalen Weg im Betrieb ein.

  2. 2

    Technisch öffnen und verarbeiten

    Die verwendete Software sollte die strukturierten Rechnungsdaten lesen oder zumindest für die weitere Bearbeitung bereitstellen können.

  3. 3

    Rechnung prüfen

    Wie bei anderen Rechnungen sollten Inhalt, Leistung, Beträge und Zuordnung zum richtigen Auftrag oder Projekt geprüft werden.

  4. 4

    An Buchhaltung oder Steuerberater übergeben

    Die Daten sollten möglichst ohne unnötige Mehrfacheingaben in die weitere Buchhaltung übernommen oder digital an den Steuerberater weitergegeben werden können.

  5. 5

    Elektronisch aufbewahren

    Die elektronische Rechnung sollte in ihrer elektronischen Form erhalten und nach den im Betrieb geltenden organisatorischen Abläufen aufbewahrt werden.

Je weniger Medienbrüche zwischen Rechnungseingang, Prüfung, Buchhaltung und Aufbewahrung entstehen, desto einfacher lässt sich der Prozess im Alltag handhaben.

Was Sie mit Steuerberater und Softwareanbieter klären sollten

Viele Fragen zur E-Rechnung lassen sich leichter beantworten, wenn frühzeitig geklärt wird, wie Software, Buchhaltung und Steuerberatung zusammenspielen.

Mit dem Steuerberater klären

  • Wie sollen Eingangsrechnungen digital übergeben werden?
  • Welche Daten oder Dateiformate werden benötigt?
  • Wie sollen Ausgangsrechnungen weiterverarbeitet werden?
  • Welche Schnittstellen werden bereits genutzt?
  • Wie soll die elektronische Aufbewahrung organisatorisch eingebunden werden?
  • Welche Aufgaben bleiben im Betrieb und welche übernimmt die Steuerberatung?

Die konkrete steuerliche Beurteilung des Einzelfalls sollte mit dem Steuerberater geklärt werden.

Mit dem Softwareanbieter klären

  • Kann die Software XRechnungen empfangen?
  • Kann sie strukturierte E-Rechnungen erstellen?
  • Welche ZUGFeRD-Versionen bzw. Profile werden unterstützt?
  • Können Abschlags- und Schlussrechnungen erstellt werden?
  • Gibt es Schnittstellen zur Buchhaltung oder Steuerberatung?
  • Wie werden elektronische Rechnungen gespeichert oder exportiert?
  • Sind Updates für zukünftige technische Anforderungen vorgesehen?
  • Welche Funktionen sind im tatsächlich verwendeten Tarif enthalten?

Funktionen können sich je nach Tarif und Softwareversion unterscheiden. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben des jeweiligen Anbieters.

Noch unsicher, wo Ihr Betrieb steht?

Mit dem kostenlosen E-Rechnungs-Check können Sie in wenigen Minuten prüfen, welche Punkte in Ihrem Betrieb bereits geklärt sind und wo noch Fragen offen sind.

Kostenlosen E-Rechnungs-Check starten

E-Rechnungs-Checkliste für Handwerksbetriebe

  • Können wir E-Rechnungen empfangen?
  • Können wir XRechnungen verarbeiten?
  • Unterstützt unsere Software ZUGFeRD?
  • Können wir strukturierte E-Rechnungen erstellen?
  • Funktionieren Abschlags- und Schlussrechnungen?
  • Ist die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater geklärt?
  • Ist die elektronische Aufbewahrung organisiert?
  • Wissen unsere Mitarbeiter, wie mit E-Rechnungen umzugehen ist?
  • Sind unsere Kundengruppen und deren Anforderungen bekannt?

Wie gut ist Ihr Betrieb vorbereitet?

Beantworten Sie 8 kurze Fragen und erhalten Sie eine unverbindliche Orientierung zu Ihrem aktuellen Stand bei der E-Rechnung.

Kostenlosen E-Rechnungs-Check starten

Kostenlos · Ohne Registrierung · In wenigen Minuten

Oder informieren Sie sich zunächst E-Rechnung nach Gewerk.

Häufige Fragen zur E-Rechnung

Ist eine PDF eine E-Rechnung?

Nicht automatisch. Eine E-Rechnung enthält strukturierte elektronische Rechnungsdaten, die maschinell verarbeitet werden können.

Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?

XRechnung ist ein strukturiertes XML-basiertes Rechnungsformat. ZUGFeRD kombiniert eine lesbare PDF-Darstellung mit strukturierten Rechnungsdaten.

Muss ich neue Software kaufen?

Nicht zwingend. Zunächst sollte geprüft werden, welche Funktionen die vorhandene Software bereits unterstützt.

Muss ich E-Rechnungen auch empfangen können?

Der Empfang ist ein eigener wichtiger Teil der Umstellung. Betriebe sollten prüfen, ob eingehende strukturierte Rechnungen technisch verarbeitet werden können.

Wie bewahre ich E-Rechnungen auf?

Die elektronische Originalform sollte erhalten bleiben. Wie die Aufbewahrung im Einzelnen organisiert wird, hängt von den eingesetzten Systemen und betrieblichen Abläufen ab.

Wo finde ich verbindliche Informationen?

Für verbindliche gesetzliche Anforderungen und Fristen sollten aktuelle offizielle Informationen oder qualifizierte Fachberatung herangezogen werden.

Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Orientierung und stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Gesetzliche und technische Anforderungen können sich ändern. Für verbindliche Entscheidungen sollten aktuelle offizielle Informationen oder qualifizierte Fachberatung herangezogen werden.